4. Kammerkonzert 2025/26

Tanz durch Leben und Tod

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  • Vielfarbige Klavierwerke zu vier Händen lassen die Welt der Tänze in all ihren Facetten erklingen – mal ironisch, sarkastisch, mal voller Lebenslust. Im 4. Kammerkonzert lassen Bennet und Dana Eicke-Klava hörbar werden, wie Tänze auf vielschichtige Weise Eingang in die vierhändige Klavierliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts fanden. Zu hören sind die Ironien op. 34 des tschechisch-jüdischen Komponisten Erwin Schulhoff – sechs Miniaturen aus seinem Klavierzyklus von 1919. Mit dadaistischem Humor bricht er musikalische Formen und verwandelt sie ins Satirische. Akzentuierte Tanzrhythmen und expressionistische Harmonik verbinden sich zu einem pointierten Werk – eines der faszinierendsten Beiträge zur Klavierliteratur nach dem Ersten Weltkrieg. Nikolai Kapustins lebendige Sinfonietta op. 49 verbindet klassische Formen – eine Sonaten- und Scherzo-Struktur mit einer energiegeladenen Jazzsprache. Der ukrainisch-sowjetische Komponist verarbeitet Motive und Rhythmen aus dem Swing und Bebop, notiert diese aber virtuos aus. Das ursprünglich etwa 20-minütige Orchesterwerk erklingt an diesem Abend in einer detailreichen virtuosen Klavierfassung zu vier Händen. In den Six Morceaux op. 11 zeigt sich die Liebe des jungen Sergei Rachmaninoffs für lyrisch getragene und weite Melodiebögen. Sechs spätromantisch geprägte Charakterstücke spannen einen farbenreichen Bogen: von der sanft wiegenden Barcarolle im 6/8-Takt über einen romantischen Walzer bis hin zu slawisch gefärbten Melodien mit einem Hauch festlicher Salonmusik. Das Programm endet mit La Valse von Maurice Ravel – eine schillernde Hommage an den Wiener Walzer. In der kraftvollen Klavierfassung entfalten sich glanzvolle Walzermelodien, die aus ihrer schillernden Eleganz heraus zunehmend ins Groteske kippen und sich schließlich in einen düsteren Totentanz verwandeln. Ein kammermusikalischer Abend zwischen Tanz, Rhythmus, Ekstase und dunklen Abgründen.

Spielort: Gut Gödelitz
Dauer: 1 Stunde 20 Minuten