2. Kammerkonzert 2025/26

Schwanengesang - Liederzyklus von Franz Schubert

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  • Schwanengesang D 957
    Liederzyklus von Franz Schubert

    Franz Schubert gehört zu den führenden Komponisten des deutschen Kunstlieds, in dessen Liedern Gesang, Dichtung und Klavierbegleitung eine unzertrennbare Einheit bilden. Seine Liederzyklen wie Winterreise und Die schöne Müllerin besitzen eine tiefe emotionale Ausdruckskraft und haben die gesamte Gattung geprägt. Anders als die beiden Vorgänger erzählt Schuberts letzter Liederzyklus Schwanengesang nach sieben Gedichten von Ludwig Rellstab und sechs von Heinrich Heine keine zusammenhängende Geschichte. Ursprünglich hatte der Komponist auch nicht geplant, diese dreizehn Gesänge, die alle in seinem Todesjahr 1828 entstanden sind, zu einem Zyklus zusammenzufassen. Auf diese Idee kam erst posthum sein Verleger Tobias Haslinger. Da dieser selbst sehr abergläubisch war, hat er der Sammlung noch ein vierzehntes Lied hinzugefügt: die berühmte Taubenpost auf einen Text von Johann Gabriel Seidl.

    Der Zyklus gilt heute als eine letzte Zusammenfassung der Liedkunst Schuberts, die noch einmal in alle Richtungen aufscheint und eine spannungsreiche Zusammenstellung entstanden ist. Während die teils melancholischen, teils freundlichen Lieder nach den Texten Rellstabs und Seidls eher romantisch, schwärmerisch und retrospektiv sind, wirken die Lieder nach den Texten von Heinrich Heine innovativ und typisch für den Musikstil des späten Schuberts. In ihnen bricht sich der Ton abgrundtiefer Verzweiflung Bahn, während in den Liedern zuvor noch der harmonische Ausgleich gegensätzlicher seelischer Verfassungen vorherrschte. Der Ton der Heine-Lieder ist drastischer und oft illusionslos. Sie verlangen von den Interpreten gestische Eindringlichkeit in der Gestaltung und eine genaue Ausdeutung der kongenialen Texte Heines, deren Vertonung für Schubert eine neue Herausforderung darstellten. Dieser spannenden Aufgabe wird sich im 3. Kammerkonzert des Mittelsächsischen Theaters Beomseok Choi stellen. Am Flügel wird er begleitet von Jane Chae.

    Beomseok Choi, Bariton
    Jane Chae, Klavier

Spielort: Annenkapelle Freiberg
Dauer: 50 Minuten
Sonntag

18.

Januar