Welterbe trifft auf Kulturerbe

Die Montanregion ist Weltkulturerbe und so auch das Silberbergwerk „Alte Elisabeth“

Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří

Sie gilt als herausragendes Zentrum wissenschaftlich-technologischer Bergbauinnovation und als einzigartige montane Kulturlandschaft. Im Erzgebirge wurden wegweisende Organisationsformen und Technologien entwickelt, die die Wirtschaft, staatlichen Systeme und gesamtgesellschaftlichen Umbrüche in Europa und weltweit entscheidend prägten. Die Bergbaugeschichte im Erzgebirge geht zurück auf erste Silberfunde im Jahr 1168 in der Nähe der heutigen Stadt Freiberg. Seitdem siedelten sich Bergleute, Handwerker, Kaufleute und Abenteurer in der Region an. Das Erzgebirge war insbesondere von 1460 bis 1560 die wichtigste Quelle für Silber in Europa, das hier noch bis 1968 gefördert wurde. Neben Silber wurden weitere metallische Rohstoffe abgebaut. Vor allem im 16. Jahrhundert gehörte die Grube „Sanct Elisabeth“ zu den ertragreichsten Freiberger Zechen und lieferte zwischen 1525 und 1673 3,7 Tonnen Silber.

Zu den zahlreichen Errungenschaften der Region gehört auch die Gründung der ältesten noch bestehenden Bergakademie im Jahr 1765. Hier forschten namhafte Wissenschaftler, die das Wissen weit über die Region und Europa hinaustrugen.

Die Schachtanlage „Alte Elisabeth“ ist heute Sachsens ältestes Bergbaumuseum. Seit 2019 gehört sie zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.

Die „Alte Elisabeth“ ist Teil der Himmelfahrt Fundgrube nordöstlich des Freiberger Zentrums.

„Den Welterbe-Gedanken leben“

„Freiberg ist als Teil der in das UNESCO-Welterbe aufgenommenen deutsch-tschechischen Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří Welterbe-Stadt. Der Welterbe-Status sichert die Bewahrung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes in Freiberg und in der Region, verpflichtet uns aber auch, aktiv an dieser Bewahrung mitzuwirken und den Welterbe-Gedanken zu vermitteln.  Als weltweit erfolgreichstes Programm der UNESCO dient das Welterbe dem kulturellen Austausch zwischen allen Völkern der Erde auf der Grundlage von Toleranz, Weltoffenheit und der Akzeptanz der kulturellen Vielfalt in der Welt.

Lassen Sie uns gemeinsam die Welterbe-Idee verwirklichen und den Welterbe-Gedanken leben. Er verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Stadt mit dem Erzgebirge und der ganzen Welt. Wir können stolz auf die Verleihung des Welterbe-Titels sein, dessen Idee und Grundsätze 193 Staaten dieser Erde mit uns teilen.“
Prof. Dr. Helmuth Albrecht

DAS THEATER und der Weg zum „Immateriellen Kulturerbe“- Status der Theater und Orchester in Deutschland

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Michelle Müntefering betont aus diesem Anlass: „Der deutsche Vorschlag der Theater- und Orchesterlandschaft für die UNESCO-Liste steht beispielhaft für modernes Immaterielles Kulturerbe. Die Nominierung zeigt, dass Theater und Orchester wichtige Räume der freien Meinungsäußerung, der öffentlichen Debatte und kritischen Reflexion sind. Sie macht auch deutlich, welch hohe Bedeutung die zahlreichen internationalen Kooperationen und Koproduktionen von Theatern und Orchestern haben: Sie fördern interkulturelle Begegnungen und Kommunikation auch jenseits des politischen Diskurses und damit das Verständnis füreinander. Genau diesen Dialog und diese gesellschaftlich wichtigen Freiräume wollen wir mit Hilfe internationaler Kulturpolitik weiter ausbauen und stärken.“

 Das Immaterielle Kulturerbe ist lebendig und wird von menschlichem Wissen und Können getragen. „Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft begründet – wie die vielfältige deutsche Kulturlandschaft überhaupt – Deutschlands Ruf als Kulturnation. Nirgendwo sonst sind Schauspiel, Oper, Musical, Tanz oder Konzert in solcher Vielfalt und an so vielen Orten im ganzen Land zu erleben. Das Verzeichnis ist keine Erfassung des „deutschen Erbes“. Es zeigt vielmehr lebendige kulturelle Traditionen und Ausdrucksformen, die in Deutschland praktiziert werden.“

2014 wurde die Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft auf Initiative des Deutschen Bühnenvereins und des Deutschen Musikrats in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Dieser Eintrag im Verzeichnis ist die Vorbedingung für eine UNESCO-Nominierung.

2016 nominierte Deutschland seine Theater- und Orchesterlandschaft für die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Über die Aufnahme dieser Kulturform in die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes entscheidet der zuständige Zwischenstaatlicher Ausschuss ab 2021.

2018 hat das Auswärtige Amt der Bundesrepublik den Antrag offiziell der UNESCO übergeben.

Das Theater in Freiberg als Teil des „Mittelsächsischen Theater – Verbundes“ ist Bestandteil der gesamten deutschen Bühnenlandschaft und gehört somit zum Immateriellen Kulturerbe.

Das silberne Bergwerk: Die historische Schachtanlage „Alte Elisabeth“

Die Schachtanlage „Alte Elisabeth“ ist ein Teil des Forschungs- und Lehrbergwerks der TU Bergakademie Freiberg. Seit 2019 gehört sie zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří. Das historische Ensemble wird heute als wichtiges Industrie- und Bergbaudenkmal vom Förderverein Himmelfahrt Fundgrube e.V. unter der Marke Silberbergwerk Freiberg betreut. Die heutigen Gebäude stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Dazu gehören eine originale Betstube, die Scheidebank, die Zimmermannswerkstatt , die Bergschmiede, das Treibhaus mit Dachreitern zur Lüftung und das gemauerte Maschinenhaus mit Dampfkessel und Fördermaschine. Ausgestellt wird hier das für die deutsche Maschinenbaukunst historisch bedeutsame Schwarzenberg-Gebläse, welches in neugotischer Industrieform gestaltet und für die Antonshütte konstruiert wurde.

Welterbestätten sind sinnlich erfahrbare Zeugnisse der Vielfalt und Würde der Kulturen. Hier, an diesem geschichtsträchtigen Ort, treffen das Theater und das Bergwerk aufeinander. Zwei Schätze begegnen sich.

Weltdramatiker Shakespeare

Ein Engländer namens William Shakespeare (1564 – 1616) war einer der bedeutendsten Dichter der Weltliteratur. Glanz und Elend seiner Epoche, Reichtum und Not, Triumphe und Entwürdigungen des Menschen prägten Shakespeare und seine Suche nach dem Wesen des Menschen, nach dessen ‚Wahrheit‘. Seine Werke spiegeln uns seine Epoche so deutlich, dass wir darin zu leben glauben. In seinen letzten Dramen ging Shakespeare einem fast verlorengegangenen Glauben an die Menschen nach, in deren Händen die Verantwortung liegt, die Erde einzurichten. Shakespeares Stücke faszinieren auch 450 Jahre nach seiner Geburt die Menschen weltweit.

Er war nicht nur der erste Dramatiker der Moderne, er gilt auch als „Erfinder des Menschlichen“. In seinen Werken-ob im „Hamlet“, im „Sturm“ oder in „Romeo und Julia“ …erfasste er die ganze Fülle und Komplexität der menschlichen Natur- einmalig in der Weltliteratur. Wie in einem Spiegel zeichnete er das Wesen des Menschen- man kann es erkennen, bis heute. Allgegenwärtig finden seine Geschichten und Figuren statt, mitten unter uns.  (Nach Franz Fühmann und Harold Bloom)

Unterstützt wird das Theaterprojekt

…durch das Engagement zahlreicher Partner: So stellt die TU Bergakademie Freiberg als Hausherrin die „Alte Elisabeth“ als Spielstätte zur Verfügung. Neben dem Förderverein Himmelfahrt Fundgrube Freiberg e.V., dem Verein zur Förderung der Mittelsächsischen Theater und Philharmonie gGmbH e.V., der Stadt Freiberg und der GSM unterstützen viele weitere Einrichtungen und Menschen Ellis Sommernachtstraum.