Amadeus

Schauspiel von Peter Shaffer

„Was für eine Geschichte! Was für ein Skandal. Die Kaffehäuser sind voll davon, der Prater, die Gosse! Pieta, Mozart, Pieta!“

Peter Shaffer’s „Amadeus“ ist wie eine musikalische Phantasie über die Rivalität zweier Komponisten, die sich aus entgegengesetzten Galaxien unaufhaltsam anziehen und miteinander explodieren: Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri. Eine aufregende dramatische Fiktion, auch über Mozarts Tod: Salieri, so flüstern es die Venticelli, hat Mozart auf dem Gewissen? Und dieser erzählt die Geschichte, die in einer grauen Novembernacht des Jahres 1823 beginnt und Jahrzehnte zurückführt an den Wiener Hof des österreichischen Kaisers Joseph II. und zu jenem Hofkomponisten Salieri, der sich in gottesfürchtiger Selbstentsagung aufspart für einen Moment des Erfolgs. Er begegnet Mozart, dem musikalischen ‚Wunderkind‘, dem ungebändigt liebenden Amadeus, der die Musik wie das Leben leidenschaftlich in sich aufnimmt. Und der mit genau jener musikalischen Genialität komponiert, welche Salieri sich sein Leben lang erhoffte. Ein musikalischer Urknall, der die Regeln des Hofes und die der Musik sprengt.

Vom Außenseiter, der den Rahmen sprengt
Gefeierte Premiere des Schauspiels Amadeus am Mittelsächsischen Theater

Silbrig flirrende Fäden schaffen einen durchsichtigen Raum. Immer wieder wechseln seine Mauern, werden weiter oder drückend eng. Der Wiener Hofkomponist Salieri öffnet eine phantastische Welt, in der er seine Erinnerung an Mozart entfaltet. Besucher können zweihundert Jahre später zuschauen, wie der mittelmäßige Künstler vom Neid auf Mozarts göttliches Genie gepeinigt wird. Salieri überliefert der Nachwelt, dass er Mozart vergiftet habe. Wenn schon nicht Salieris Kompositionen, bleibt damit immerhin sein Name bis heute erhalten. Eine Geschichte von Kain und Abel. Shaffers Text hält sich nicht buchstabengetreu an die Mozart-Forschung. Dennoch ergreift sein Stück Herz und Sinn der Zuschauer.

Annett Wöhlerts grandiose Inszenierung vertraut auf die bewusst verschwimmenden Raumbilder – hervorzuheben ist auch die Arbeit von Ausstatter Eckhard Reschat. Sie kommentiert gleichsam emotional die szenische Auseinandersetzung oder zitiert einige Takte aus Mozarts Werken, die gewiss etlichen Zuschauern – Salieri zum Trotze! – geläufig sind ...

(DAZ, 08.04.2019)

22.11.2019  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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14.12.2019  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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