Die menschliche Stimme / Te Deum

Operneinakter von Francis Poulenc und Te Deum von Arvo Pärt

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  • Die renommierte Choreografin und Regisseurin Arila Siegert, am Mittelsächsischen Theater bestens bekannt durch ihre Inszenierungen Eugen Onegin, La Bohème und Anatevka, widmet sich einem Operneinakter: Francis Poulencs Die menschliche Stimme nach dem gleichnamigen Einpersonenstück von Jean Cocteau.
    Leonora Weiß-del Rio übernimmt die einzige Gesangspartie, eine junge Frau, die von ihrem Liebhaber verlassen wurde. Sie versucht, telefonisch noch einmal Kontakt zu ihm aufzunehmen. Das störanfällige Medium erlaubt zunächst beiden, sich hinter Lügen und Ausflüchten zu verstecken. Auf der Bühne sehen und hören wir allerdings nur die telefonierende Frau – der Part des Mannes erschließt sich in ihren Reaktionen. Der Sängerin stehen eine Tänzerin und ein Tänzer zur Seite, die Liebe und Tod, die beiden Seelenzustände der Frau, widerspiegeln.
    In Freiberg wechseln die Zuschauer nach der Aufführung von Poulencs Oper im Theater in die gegenüberliegende Nikolaikirche zu Arvo Pärts Chorkomposition Te Deum. Die Vertonung der traditionellen lateinischen Hymne zum Gotteslob erinnert an Gregorianik, löst deren melodische Verläufe dann aber auch in den Orchesterstimmen auf. Während die Frau in der Menschlichen Stimme ihr individuelles Glück verloren hat, weitet sich der Blick bei Pärt ins Universale. Der Komponist schreibt dazu: „Das Werk Te Deum war die Suche nach etwas ständig Entgleitendem, nach etwas, was längst verloren ist oder noch nicht gefunden, die Suche nach etwas vermeintlich nicht Bestehendem und dennoch real Seienden in uns selbst und auch außerhalb unserer Existenzen.“
    Es spielt die Mittelsächsische Philharmonie, in den beiden Opern unter der Leitung von José Luis Gutiérrez, in Pärts Te Deum unter der von Chordirektor Peter Kubisch.
    Die Aufführung dieser Komposition für drei Chöre, Klavier, Streichorchester und Tonband ist auch ein Beitrag des Mittelsächsischen Theaters zum vom Deutschen Chorverband ausgerufenen „Jahr der Chöre 2022“. Neben dem Opernchor singen in der Nikolaikirche mit der beeindruckenden Stimmenfülle von über 50 Chorsängerinnen und -sängern der Max-Klinger-Kammerchor Leipzig, der A-cappella Kammerchor Freiberg und Mitglieder des Jugendchores „Voice Dance“.

Dauer: 1 Stunde 55 Minuten inkl. 20 Minuten Pause

Vorerst keine geplanten Vorstellungen