Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Wir trauern um die Opfer von Hanau, wir protestieren gegen rechtsextreme Gewalt und fordern ein entschiedenes Umdenken.

Nach dem rechtsextremistischen Terroranschlag in Hanau haben sich am Donnerstagabend tausende Menschen in ganz Deutschland zu Mahnwachen versammelt. Wir sind erschüttert über das völlig enthemmte Ausmaß rechtsextremer Gewalt.

Diese Gewalt, dieser Hass – das ist nicht einfach plötzlich da, das ist vor unser aller Augen entstanden! Der offene, unverhohlene, hemmungslose Rassismus, der in Deutschland an Boden gewinnt, entsetzt uns.

Zu lange ist die Gefahr des wachsenden Rechtsextremismus verharmlost worden.

Noch immer werden rechtsextreme, nationalistische Weltbilder bagatellisiert.

Die Basis für rechtsextremen Terror wird jedoch täglich und für uns alle sichtbar stetig genährt durch menschenfeindliche Ideologien, die sogar offen eine Ablösung der Demokratie propagieren!

Dem muss sich eine Gesellschaft ernsthaft und mit allen Mitteln entgegenstellen - nicht allein die Zivilbevölkerung, sondern alle Parteien, die demokratischen Werten verpflichtet sind.

Es braucht einen völlig anderen Umgang mit rechtsextremer Gewalt, einen, der eindeutig unsere demokratischen Werte verteidigt. Nichts kann die Morde in Hanau ungeschehen machen. Alle, die Ziel rechtsextremer Gewalt sind, brauchen unsere Solidarität und eine klare Zurückweisung rechtsextremer Ideologien, die ohne Zweifel derzeit die größte politische Gefahr in Deutschland darstellen.

Es braucht dringend mehr politische und kulturelle Bildung, einen anderen Umgang mit der Sprache - in der Politik, in den Medien und überall in der Gesellschaft. Wir werden die Arbeit an einer demokratischen, offenen, vielfältigen, toleranten Gemeinschaft nicht aufgeben.

In unserem Theater arbeiten Künstler*innen aus verschiedenen Ländern und Kulturen und Religionen miteinander; wir leben in dieser Stadt - und wir alle trauern mit den Familien um die Menschen, die diesem Verbrechen in Hanau zum Opfer fielen.

 

Die künstlerische Leitung und die Mitarbeiter*innen
des Mittelsächsischen Theaters