Warten auf Godot

Schauspiel von Samuel Beckett

Samuel Becketts Schauspiel hat wunderbare vergnügliche Momente - es ist eine sehr spielerische komische Liebes-und Lebens-Geschichte mit fantastischen, klugen Dialogen und einer großen Freundlichkeit im Herzen. Die Hauptakteure Wladimir und Estragon, zwei Tramps mit wechselnder Geschichte, zieht es an einen stillen Ort. Dorthin, wo der Mond sich auf die Erde setzt und der Legende nach flugs in diesem Moment ein gewisser Godot erscheinen soll. Sie warten auf ihn, erwarten und wünschen sich von ihm, so heißt es, eine Botschaft für die Zukunft. In der Zeit ihres Wartens schöpfen sie neue Hoffnung – auf ein lebbares Leben, auf einen Neuanfang, der wie die ‚Rückkehr ins Paradies‘ die Fülle ihres Seins atmen soll. Wie in einer Zeitreise erleben sie miteinander ihre komischen und tragischen Lebensgeschichten, wachsen aus sich selbst heraus, in sehnsüchtiger Erwartung auf Godot. Auf dieser Reise erhellt sich die Frage: Wozu brauchen sie Godot? Sie schaffen es selbst, Antworten zu finden und Orientierung im Irrgarten ihres Lebens - also: Herzlich Willkommen bei Warten auf Godot. Aber warten Sie nicht zu lange... ‘I like to believe I am based on a true story.’

Der Junge: Matilda Schönherr

Wladimir und Estragon, zwei arme Landstreicher, Tramps, Flüchtlinge. Hier bei dem Baum sollen sie warten, auf Godot. Aber er kommt nicht. Stattdessen kommen Pozzo und Lucky. Pozzo, der Herr, führt Lucky, seinen Knecht, an der Leine. Die Freiberger Inszenierung von Regisseur Ekkehardt Emig berücksichtigt, dass es in Becketts Werk doch versteckte, aber zahlreiche Anspielungen auf eine konkrete historische Situation für Wladimirs und Estragons Warten gibt. Danach werden die beiden zu jüdischen Flüchtlingen vor dem Faschismus, ganz nach der Antwort, die Beckett selbst auf die an ihn weitergegebene Frage von Bertolt Brecht „Wo waren Wladimir und Estragon im Zweiten Weltkrieg?“ hatte: „Sie waren in der Résistance.“ Wie Beckett auch, der darum aber nie großes Aufheben machte. So spielt das Ensemble im sparsamen, aber eindrucksvollen Bühnenbild von Hans Ellerfeld die Geschichte der beiden Heimatlosen nicht als nihilistische Groteske, sondern als warmherzige Tragödie aller, die nach einem sicheren Ort in der Welt suchen. Ralph Sählbrandt gibt Estragon einen mitfühlend melancholischen Optimismus, dem sich auch Wladimir nicht entziehen kann, kongenial zwischen Nähe und Distanz, im Sinne des Wortes, schwankend gespielt von Martin Ennulat. Robert Kapelle als Pozzo gibt dem „Bösen“ ein Gesicht, hinter dem man die Last ahnt, die es bereiten kann, böse zu sein. Und der Slowake Peter Peniaska manifestiert in Luckys Monolog, dass Denken traurig macht – und härter, als man es sein will. Während der kleine Junge, gespielt von Matilda Schönherr, mit wenigen Gesten die Hoffnung ausstrahlt, die Wladimir und Estragon längst verloren zu haben glauben. Vor allem aber spielt das Ensemble das Stück so gut, dass ihm auch manches Schwierige, Kryptische genommen wird. Damit gewinnt das Stück – ohne jede direkte Anspielung oder zu leicht durchschaubare, belehrende Metapher – eine Aktualität, die mitfühlend und bestürzt macht. (Matthias Zwarg, Freie Presse 02.09.2019)

08.10.2019  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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31.01.2020  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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