Sein oder Nichtsein (To Be or Not To Be)

Komödie von Nick Whitby nach dem Film von Ernst Lubitsch

Es gibt wenige Film- oder Theaterstoffe, die das Kunstwerk zustande bringen, in Satire umzuwandeln, was tatsächliche ernsthafte Bedrohung ist. Der erneut aufkommende Nationalismus des 21. Jahrhunderts stellt diese Film- und Theaterstoffe wieder in die Nähe unserer Gegenwart, und führt uns zu einem beeindruckenden Filmklassiker und zu Ernst Lubitsch, der 1942 Sein oder Nichtsein verfilmte. Der Nazidiktatur mit den Mitteln der clownesken Parodie gesellschaftskritisch zu begegnen, ist Filmgeschichte geworden, denken wir nur an Charlie Chaplins Der große Diktator von 1940.
Sein oder Nichtsein: Polski Theater Warschau, 1939. Geprobt wird eine NSFarce mit dem Titel Gestapo. Doch die Zensurbehörde verbietet die bevorstehende Premiere. Die Theaterleute setzen Shakespeare auf den Spielplan und so erreicht Hamlets berühmte Frage all jene, die zwischen Widerstand und Ohnmacht gefangen sind. Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen bleibt für Bedenken keine Zeit: Um den polnischen Widerstand zu schützen, greifen die Schauspieler wieder zu den Kostümen aus dem verbotenen Gestapo-Stück und spielen virtuos und absurd- komisch ihre Besatzer, sich immer aberwitziger verstrickend in ein Verwechslungsszenario, in dem es bald auch um ihr eigenes Überleben geht. Angesichts der Bedrohungen fassen sie nach ihrem Überlebenswitz und nach der Chance des Theaters, erspielen sich eine Utopie, retten den polnischen Widerstand und verändern den Verlauf der Geschichte.
Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg. Nach der Niederlage des Faschismus wurde in der zivilisierten Welt mit den Vereinten Nationen und mit der Europäischen Union eine Friedensordnung geschaffen, die sich auch in diesem Jahrhundert erneut bewähren muss. Eine Hommage an das Theater: Zwischen Parodie und Satire, doppelbödig in Umbrüchen zwischen Komischem zu Tieftragischem gelang Lubitsch eine Politfarce, die auch heute, 80 Jahre nach dem Überfall auf Polen, über Wesen und Wirkung der Kunst erzählt.
Im Anschluss an die Vorstellungen laden wir Sie zum Publikumsgespräch herzlich ein.

28.09.2019  19:30 Theater DöbelnKarten kaufen / bestellen
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05.10.2019  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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20.10.2019  19:00 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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27.10.2019  17:00 Theater DöbelnKarten kaufen / bestellen
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23.11.2019  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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14.01.2020  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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28.02.2020  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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27.03.2020  19:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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21.04.2020  14:30 Theater FreibergKarten kaufen / bestellen
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