Romeo und Julia (I Capuleti e i Montecchi)

Oper von Vincenzo Bellini - Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Bellinis „Romeo und Julia“-Oper beruht mehr auf Erzählungen der italienischen Renaissance, die schon Shakespeare als Vorlage dienten, als auf dem englischen Dramatiker selbst: Die Handlung ist aufs Äußerste verknappt, dafür aber in die wunderbaren Melodien des italienischen Belcanto getaucht. Julia liebt nicht den vom Vater bestimmten Bräutigam, sondern Romeo, den Sohn einer verfeindeten Familie. Der Plan der Liebenden zur gemeinsamen Flucht scheitert tragisch; Romeo tötet sich an der vermeintlichen Leiche Julias, die Erwachende angesichts des toten Geliebten.
„I Capuleti e i Montecchi“ wurde 1830 in Venedig uraufgeführt; ziemlich genau in der Mitte der nur zehnjährigen Karriere des Komponisten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte Bellini, neben Rossini und Donizetti, zu den Stars des europäischen Musikbetriebs; die erste Aufführung von „Romeo und Julia“ außerhalb Italiens fand bereits 1831 in Dresden statt. Wie die meisten Musiker im 19. Jahrhundert zog es auch Bellini nach Paris, wo der 1801 auf Sizilien geborene Komponist 1835 verstarb. Eine Renaissance seiner Werke setzte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein.

Jubel! Mit Bellinis Belcanto-Oper "Romeo und Julia" in italienischer Sprache landet das Mittelsächsische Theater einen Volltreffer. (Freie Presse 1. Dezember 2016)

Für die sich kriegerisch gegenüberstehenden Gruppen hat Bellini eindrucksvolle Chorszenen komponiert. Dazu gelingen dem Regisseur in angemessener Korrespondenz zu den architektonischen Vorgaben des Kirchenraumes beeindruckende Bilder. Auch die Sänger vermeiden jedes Klischee überkommener Belcanto-Missverständnisse, keine Demonstrationen stimmartistischer Kadenzen oder eitel ausgestellter Spitzentöne, dafür Sensibilität und glaubwürdige Emotion im Zusammenklang von Darstellung und Musikalität.
(Dresdner Neueste Nachrichten 13.12.2016)

Freilich bedarf es für die beiden Hauptrollen zweier Künstlerinnen überdurchschnittlichen Formats, die den virtuosen Anforderungen in hohem Maße gerecht werden. Schon bei ihrem ersten Auftritt begeisterte Romeos Geliebte mit einem die Klippen der Partitur mühelos meisternden Sopran. Komfortable Technik bedeutet jedoch nur die eine Seite der Medaille, wären da nicht zudem die verinnerlichte Kunst des Ausdrucks, das emotional so überaus Berührende dieser Wiedergabe Lindsay Funchals hervorzuheben, der ihre mädchenhafte Anmut einen zusätzlichen Reiz verlieh. Mit dem Romeo lieferte Barbora Fritscher einen eindrucksvollen Beweis ihres gereiften vokalen Könnens.
(Neuer Merker Wien 23.12.2016)

Lindsay Funchal ist die Freiberger Giulietta, jugendlich in der Erscheinung, authentisch im Spiel, betörend in der Klarheit ihres berührenden Gesanges mit den hellen Tönen schönster Hoffnung. Bei Bellini ist Romeo für eine Mezzosopranistin komponiert, Barbora Fritscher wird diesem außerordentlichen Anspruch in ihrem natürlichen Spiel gerecht, vor allem durch die feinsinnig abgestimmten Facetten ihres dunkel grundierten Gesanges. Juheon Han als Dirigent erweist sich als Meister der sensiblen Vermittlung zwischen Sängern und Orchester. Zudem setzt er mit den konzentriert folgenden Musikern fließende, klangschöne Momente, lässt der Dramatik Raum.
(Orpheus München März/April 2017)

11.10.2017  19:30 Nikolaikirche FreibergKarten kaufen / bestellen
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13.10.2017  19:30 Nikolaikirche FreibergKarten kaufen / bestellen
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