Pique Dame

Oper von Peter Tschaikowski

Der Offizier Hermann liebt Lisa, die Enkelin einer alten Gräfin. Obwohl er von Lisa wiedergeliebt wird, ist er unglücklich: Der Standes- und Vermögensunterschied scheint zu groß. Um die Geliebte heiraten zu können, will er Geld beim Kartenspiel gewinnen. Gerüchteweise soll die alte Gräfin, die ein bewegtes Leben hinter sich hat, das Geheimnis dreier Karten kennen, die unfehlbar Glück bringen. Hermann dringt mit dem Schlüssel, den Lisa ihm überlassen hat, ins Schlafzimmer der Gräfin ein, die vor Schreck stirbt. Lisa zweifelt nun an seiner Liebe, während Hermann nur noch von dem Gedanken an die drei Karten beherrscht wird.
Wie bereits bei „Eugen Onegin“, so stammt auch bei „Pique Dame“ die literarische Vorlage für Tschaikowskis Oper von Alexander Puschkin. Allerdings haben der Komponist und sein Bruder Modest, der den Operntext verfasst hat, wesentliche Änderungen vorgenommen: Während der spielsüchtige Hermann bei Puschkin die Liebe zu Lisa nur vortäuscht, um ins Haus der Gräfin zu gelangen, bildet in der Oper die Liebesbeziehung die Grundlage der Handlung. In beiden Versionen jedoch scheitert Hermann an einer Gesellschaft, für die Geld und äußeres Ansehen im Vordergrund stehen.
Tschaikowski komponierte die Oper innerhalb weniger Wochen: Er begann im Januar 1890 in Florenz mit der Arbeit und war von dem Stoff so begeistert, dass er die vollständige Komposition bereits im Juni in seinem Landhaus in Russland abschließen konnte. Seit der Uraufführung im Dezember 1890 in Sankt Petersburg ist dem Werk großer und dauerhafter Erfolg beschieden.

Michael Zeiske (Tschaplitzki)
Frieder Post (Narumow)

Opernchor
Extrachor
Statisterie

Chorleitung: Alexander Livenson

Das Inszenierungsteam (Regisseur Ralf-Peter Schulze, Ausstatter Tilo Staudte und Choreografin Martina Morasso) rückt vor allem das Liebespaar in den Vordergrund und führt die Ebenen der Realität, des Träumens, Erinnerns und Fantasierens zusammen. Szenen spielen sich hinter durchscheinenden Vorhängen ab, Räume ändern sich, Zwischenwände und -türen werden aufgestellt oder weggenommen, Scherenschnittprojektionen zeigen abwesende Menschen.
Die Freiberger haben "Pique Dame" anregend und beeindruckend auf die Bühne gebracht. Ünüsan Kuloglu und Leonora del Rio sind ein hinreißendes Liebespaar. Einmal mehr überzeugen die Mittelsächsische Philharmonie und Raoul Grüneis durch farbenprächtige Klänge und mit einer gelungenen Führung der Sänger. Dafür gab es viel Applaus und Bravi aus dem vollbesetzten Zuschauerraum.
(Freie Presse 16.02.2015)