Im Weißen Rössl

Operette von Ralph Benatzky

„Im Weißen Rössl“, da liegt das Glück vor der Tür – nicht nur am Wolfgangsee, sondern auch an der Kriebstein-Talsperre. Das Werk nämlich bietet alles, was es braucht, um die Zuschauer glücklich zu machen: Humor und Gefühl, Liebesverwicklungen und jede Menge Musik, die ins Ohr geht. Schauplatz der Handlung ist das Hotel „Zum weißen Rössl“ in der Hauptsaison; alle Touristenklischees vom schönen Salzkammergut werden bedient und zugleich schon parodiert. Fabrikanten- und Professorenfamilien, ein forscher junger Rechtsanwalt, die Rössl-Wirtin und ihre Angestellten und sogar der Wiener Kaiser Franz Joseph II. treffen hier aufeinander. Auch die Autorenliste des Stücks, das sich bescheiden „Singspiel“ nennt, in Wahrheit aber einen Übergang von der Operette zum Musical markiert, vereint klangvolle Namen aus dem Berlin der „Goldenen Zwanziger“: natürlich Ralph Benatzky, der den größten Teil der Musik komponierte, aber auch Robert Stolz, der zwei Einlagen beisteuerte, und Robert Gilbert, der die Gesangstexte schrieb und ebenfalls zwei Nummern komponierte. Und nicht zuletzt der Autor, Regisseur und Choreograf Erik Charell, der das „Rössl“ zunächst in Berlin, in den 30er Jahren dann auch in London, Paris und am New Yorker Broadway zum Erfolg führte.

Musikalische Leitung: Tobias Horschke

Urte Jung (Zimmermädchen)
Diana Chudzinski, Stefanie Metzler (Show-Girls)

Opernchor

Statisten

Mittelsächsische Philharmonie

Es gibt Spielorte, die passen gut, und es gibt Spielorte, die passen perfekt zu einem Stück. Letzteres trifft auf die Seebühne Kriebstein und die Operette „Im Weißen Rössl“ zu, mit der das Mittelsächsische Theater am Samstag auf der Seebühne Premiere feierte. „Im ‚Weißen Rössl‘ am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür“, singt Zahlkellner Leopold (Guido Kunze) mit dem Chor, und entführt die Zuschauer in eine Welt voller Kitsch, Eifersucht, Liebe und Humor. Die Abendsonne taucht die Wälder in ein warmes Licht, und schon glaubt man wirklich am Wolfgangsee im schönen Salzkammergut zu sitzen. (Freie Presse/Sächsische Zeitung, 24.06.2013)

Der Humor des Stückes beruht auf einem Zusammenstoß der Kulturen. Die nassforsche Schnoddrigkeit des Berliner Industriellen Wilhelm Giesecke (Andreas Pannach) trifft auf die liebedienerische Störrigkeit von Wirtin Josepha Vogelhuber (Susanne Engelhardt) und ihrem Zahlkellner. Nicht nur dieses Trio im Zentrum der Handlung spielt und singt berührend. Das ganze Ensemble scheint von einer Spielfreude durchdrungen, die auch dem Publikum sofort ins Blut geht. (Döbelner Allgemeine Zeitung, 24.06.2013)