Don Quichotte

Jules Massenet

Don Quichotte und sein treuer Diener Sancho Pansa gehören zu den großen Figuren der Weltliteratur: Gegen alle Anfechtungen hält der „Ritter von der traurigen Gestalt“ die Fahne der Phantasie hoch, verteidigt seine Träume und ändert damit nicht nur sein eigenes Leben.
Im Mittelpunkt der Oper steht die Verehrung Don Quichottes für die schöne Dulcinea. Anders als im Roman von Cervantes ist sie hier nicht nur in den Träumen des Ritters, sondern auch in der Realität eine attraktive und umschwärmte Dame.
Im Titelhelden der 1910 in Monte Carlo uraufgeführten Oper spiegelt der alternde Komponist auch sich selbst. Einen effektvollen Kontrast zu dessen eher stillen, melancholischen und visionären Passagen bildet das temperamentvolle Markttreiben mit Anklängen spanischer Folklore.

Opernchor des Mittelsächsischen Theaters
Extrachor Herren
Choreinstudierung: Alexander Livenson

Statistierie

Mittelsächsische Philharmonie

Raoul Grüneis am Pult ist dem Stück und seiner Aufführung ein verlässlicher Diener. Er hat die große Partitur intensiv erarbeitet und umschifft die heiklen Stellen mit großem Geschick. So kann sich, gerade im Finale, Massenets Musik schön entfalten und die Zuschauer begeistern. Die sind stolz auf ihr Theater, ihren Don Quichotte. (Sächsische Zeitung 20.10.2015)

Da bleibt dem Theater zu wünschen, dass das mittelsächsische Publikum erkennt, was für eine tolle Leistung ihr Theater da allein mit Ensemblekräften abgeliefert hat, auch und gerade abseits der gewohnten Repertoirepfade, die sich anzuschauen lohnt. Von mir gibt's in jedem Fall eine unbedingte Besuchsempfehlung. (Jochen Rueth in "der opernfreund" 18.10.2015)

In der musikalischen Einstudierung von Alexander Livenson agiert der erweiterte Opernchor und Raul Grüneis als Dirigent führt die Mitglieder der Mittelsächsischen Philharmonie zu einer Abfolge großer Klangmomente. Von besonderer Intensität sind die sanften, kammermusikalischen Passagen, die angemessene Zurücknahme lässt den Sängerinnen und Sängern Raum zur Entfaltung, und auch sie, insbesondere die drei genannten Protagonisten, wissen die sie tragende Sicherheit eines solchen Klangfundamentes zu nutzen. (DNN 21.10.2015)

Kristina Wuss und ihr Ausstatter Tilo Staudte haben das Stück mit großem Geschick und umtriebiger Fantasie auf die kleine Bühne gezaubert. Realismus ist nirgends angestrebt, Alt und Neu mischen sich auch in den Kostümen, und selbst die karikaturistischen Züge des Spiels lenken nicht ab von der Botschaft der Musik - der sanften Menschlichkeit Quichottes, der auch im Tod noch ein Träumer bleibt.
Sergio Raonic Lukovic gibt ihn mit großer Wärme, Guido Kunze ist ein kernig-komödiantischer Sancho und Barbora Fritscher eine brillante Dulcinea. Raoul Grüneis am Pult hatte sein kleines Orchester gut im Griff und brachte auch das Fantasie-Spanien in Massenets Partitur zum Klingen. (Opernwelt Dezember 2015)