Die Hochzeit des Figaro

Komische Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

Nach dem zeitgenössischen Skandalstück von Beaumarchais schufen Textautor da Ponte und Mozart ihr erstes gemeinsames Meisterwerk – „Don Giovanni“ und „Così fan tutte“ sollten folgen. Die Handlung der „Figaro“-Oper entspricht der der literarischen Vorlage, unmittelbare Zeitbezüge aber wurden zugunsten psychologischer Vertiefung zurückgenommen. Das Machtgefälle zwischen dem Grafen und allen übrigen, der eigenen Ehefrau ebenso wie dem Diener Figaro, seiner Braut Susanna oder dem Pagen Cherubino, ist für die Geschichte grundlegend. Die Gefühle und Konflikte der handelnden Personen jedoch gelten nicht nur für eine Ständegesellschaft am Vorabend der französischen Revolution. Mozart und da Ponte gelingt es, im Mikrokosmos eines gräflichen Schlosses eine ganze Welt auf die Bühne zu bringen, ein bis heute gültiges Bild menschlicher Gefühle, Liebe und Trauer, Verwirrung und Hoffnung, Schmerz und Glück, zu zeichnen. Obwohl das Theaterstück von Beaumarchais nicht gespielt werden durfte, wurde die Oper 1786 in Wien erfolgreich aufgeführt und trat dann von Prag aus ihren weltweiten Siegeszug an.

Marie Hänsel/Elena Patsalidou (Barbarina)

Opernchor

Choreinstudierung: Alexander Livenson

Judica Semlers Inszenierung der Mozart-Oper „Die Hochzeit des Figaro“ in deutscher Sprache in Freiberg sah ein freudiges, begeistert applaudierendes Publikum zur ausverkauften Premiere am Sonnabend. Wunderbare Sänger zeigten, dass Mozarts Sittenkomödie, die seinerzeit für Skandale sorgte, kein alter Hut ist. Mit Raoul Grüneis am Pult der Mittelsächsischen Philharmonie war ein Psychologe am Werk, der mit den Sängern den ganzen Kosmos menschlicher Gefühle zwischen Liebe und Zorn, Eitelkeit und Bosheit erkundete. (Freie Presse 20.04.2015)

Judica Semler erzählt die Geschichte als eine von heute, als "Tollen Tag" in Aufruhr geratener Gefühle. Annabel von Berlichingen startete die Inszenierung ästhetisch reizvoll und dramaturgisch klar aus. Das Figurenkonzept ist so einleuchtend wie nachvollziehbar. (Sächsische Zeitung 20.04.2015)