Cäsar und Kleopatra (Giulio Cesare in Egitto)

Oper von Georg Friedrich Händel

Einen Video-Trailer zur Inszenierung inklusive Interviews mit Regisseur Ralf-Peter Schulze und dem musikalischen Leiter Raoul Grüneis sehen Sie hier: http://x-downloads.mittelsaechsisches-theater.de/downloads/mst_caesar_und_kleopatra.mp4

Cäsar und Kleopatra gehören zu den legendären Figuren der politischen wie der Kunstgeschichte, der Hoch- wie der Populärkultur. Von Shakespeare bis zur Gegenwart, von der Oper bis zu Film und Comic taucht das Paar durch die Jahrhunderte immer wieder auf.

Die Oper Georg Friedrich Händels kam erstmals 1724 in London auf die Bühne. Verschiedene Handlungsebenen mischen sich hier nicht nur zu einer spannenden Geschichte, sondern ermöglichen auch eine abwechslungsreiche, farbenprächtige Musik. Cäsar hat seinen römischen Rivalen Pompeius entscheidend geschlagen und bis nach Ägypten verfolgt. Nun will er auch das Pharaonenreich seiner Herrschaft unterwerfen und wird dabei in die innerägyptischen Machtkämpfe verwickelt: Die schöne Kleopatra und ihr intriganter Bruder Ptolemeos streiten um den Thron und versuchen, den mächtigen Cäsar auf ihre Seite zu ziehen. Kleopatra ist, Dank ihrer weiblichen Reize, erfolgreich; womöglich entwickelt sich aber auch eine echte Liebe.

Georg Friedrich Händel, 1685 in Halle geboren, reiste ab 1706 vier Jahre durch Italien und entwickelte sich dort zum international anerkannten Opernkomponisten. Seit 1710 lebte er überwiegend in London, wo 1724 auch Giulio Cesare in Egitto herauskam. Insgesamt schrieb er über 40 Opern, die jedoch – anders als die Oratorien und Instrumentalkompositionen - schon Ende des 18. Jahrhunderts überwiegend in Vergessenheit geraten waren. Erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ging von Göttingen eine „Händel-Renaissance“ aus. Inzwischen gilt er weltweit als einer der bedeutendsten Opernkomponisten, und fast alle seine Werke sind in mehreren Einspielungen erhältlich.

Komparserie

Die Musik wartet mit großartigen Effekten auf, in Freiberg klang sie überzeugend und bewegend. Unter Raoul Grüneis musiziert eine kleine Besetzung ·der Mittelsächsischen Philharmonie mit Schwung und Dramatik, besonders die Solisten, etwa an Horn, Flöte und Violine, verzaubern mit ihrem Spiel. Regisseur Ralf-Peter Schulze reduziert das Spiel auf die nötigen Begegnungen, Bewegungen oft auf wiederkehrende Abläufe. Abstrahierung und Reduzierung bilden einen interessanten Spannungspol zur hochemotionalen, genau gearbeiteten individuellen Figurenführung. die überzeugend natürlich und authentisch wirkt.
(Sächsische Zeitung 27. Novemnber 2017)

Da zeigen alle Solisten nachhaltig beeindruckende Qualitäten, was Präsenz, stimmliche Präzision und Ausdruckskraft sowie darstellerische Fähigkeiten angeht – ein kollektiver Kraftakt bei einer Gesamtspielzeit von fast drei Stunden, in denen etwa den Titeldarstellern wenig Zeit zum Ausruhen bleibt. Und das bei Koloraturarien, die den Sängerstimmen Läufe und Figurationen abverlangen, die schon auf einem Musikinstrument gespielt äußerste Konzentration fordern – zumal die Sänger auf der Bühne vergleichsweise natürlich agieren, jedenfalls nicht als singende Statuen.
(Freie Presse 29. November 2017)