Theater Döbeln

Das 1872 erbaute Döbelner Theater brauchte den Vergleich mit Bühnenhäusern auch in größeren Städten nicht zu scheuen. Es war bereits mit moderner Gasbeleuchtung ausgestattet, bekam bald Zentralheizung. Ein Theaterbrand beschädigte 1911 das Haus erheblich. Beim Wiederaufbau wurde das Bühnenhaus aufgestockt, ein Mansardendach aufgesetzt und die Bühnentechnik verbessert. Nach kurzer Bauzeit konnte 1912 das neue Theater festlich eröffnet werden. 1933 ging das bis dahin an private Unternehmer vergebene Döbelner Theater in städtische Regie über. 1954 wurde das "Stadt-" zum "Kreistheater". Nach der Wiedervereinigung votierten 1992 die Kreisräte gegen den heftigen Widerstand der Theaterfreunde für die Schließung des Theaters. Doch nur wenige Monate blieb der Vorhang geschlossen. Zum dritten Mal in der Döbelner Theatergeschichte entschied sich die Stadt für den Erhalt der Bühne. Sie wurde Gesellschafter in der neugegründeten Mittelsächsischen Theater und Philharmonie gGmbH. Das langfristige Engagement beweist auch der 2007 eröffnete moderne Anbau, ein spannender Kontrapunkt zum historischen Gebäude mit Studiobühne und Seitenbühne, modernen Künstlergarderoben, Werkstätten und Lagerräumen. Haustechnik, Orchestergraben und Zuschauerraum wurden 2011/12 grundlegend erneuert, das Theater konnte viele neue Zuschauer gewinnen. Anfang Juni 2013 jedoch stand das Gebäude wie die gesamte Döbelner Innenstadt zum zweiten Mal im Hochwasser. Im Erdgeschoss gab es große Schäden; der Spielbetrieb auf der Hauptbühne konnte im November 2013 wieder aufgenommen werden, das gesamte Erdgeschoss war erst im März 2014 wieder nutzbar.
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