Ein wesentliches Ziel des Mittelsächsischen Theaters ist es, künstlerische Raritäten in den Spielplan aufzunehmen. Darunter verstehen wir regelmäßige Uraufführungen, die Einstudierung von Auftragswerken und die so genannten "Opernausgrabungen". Überregionale Anerkennung erfuhren die Opernproduktionen "Dafne" (Benjamin Schweitzer) und "Auferstehung" (Franco Alfano). Im Deutschlandradio Kultur 2009 bekam das Mittelsächsische Theater symbolisch „der Lorbeer“ überreicht: für den Opernspielplan der Saison 2009/2010 „ ...sind dieses Freiberg/Döbelner Ensemble und seine 47 Orchestermusiker wirklich zu bewundern.“
Seit vielen Jahren sind die „Opernausgrabungen“ nicht mehr aus dem Spielplan des Mittelsächsischen Theaters weg zu denken. Neben den üblichen Höhepunkten „Zauberflöte“, „Carmen“, „La Traviata“ und „La Bohème“ tauchen regelmäßig Opern im Repertoire auf, die nirgendwo sonst auf der Welt gespielt werden: vor 100 Jahren in Vergessenheit geratene frühere Hits von Albert Lortzing und Victor E. Neßler, die deutsche Erstaufführung der französischen Barockoper „Medea“ von Marc-Antoine Charpentier, aber auch Walter Braunfels´ „Die Vögel“ oder Kurt Weills „Street Scene“ aus dem 20. Jahrhundert.
Die Theaterfreunde in Döbeln und Freiberg sind neugierig und auch ein bisschen stolz darauf, an diesen besonderen Ereignissen teilnehmen zu können. Zugleich lockt das Theater aber damit auch Opernfans aus aller Welt an: aus Dresden und Leipzig, Berlin, Hamburg, Köln und München so wie so; aber auch aus den USA, Großbritannien und vielen weiteren europäischen Ländern kommen Gäste, um in Mittelsachsen Werke live zu erleben, die sie bisher nur aus Archiven kannten.
Große Aufmerksamkeit hat das Mittelsächsische Theater mit der Europäische Erstaufführung von Carlisle Floyds „Sturmhöhe“ erzielt: Von Hamburg über Berlin bis Wien lobten die Kritiker Werk und Aufführung und fragten sich, warum die Oper es mehr als 50 Jahre lang nicht über den „großen Teich“ geschafft hat. Aber auch die mittelsächsischen Theaterfreunde sind von der packenden Liebes- und Familientragödie, die mit der farbigen und leidenschaftlichen Orchestermusik zu einem dramatischen Ereignis wird, begeistert. Wir freuen uns deshalb, dass die Aufführung anders als ursprünglich geplant auch in der neuen Saison weiter im Spielplan stehen kann.