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Mittelsächsisches Theater Freiberg/Döbeln

Konzerte 2010/11

       

Grußwort des GMD

„Das Werk, an dem ich arbeite, ist mein eigenes Leben, das Gesegnete, das Verfluchte, um den Gesang wieder zu finden, den die Seele einst gesungen hat.“
(Allan Pettersson)

Verehrtes Konzertpublikum, liebe Freunde der Mittelsächsischen Philharmonie,

beim Schreiben dieser Zeilen drängte sich mir die Frage auf, ob es Zufall sein kann, dass der Konzertplan geprägt ist von sinfonischem Repertoire, welches durch seinen archaischen, naturverbundenen, die Gesetze des Lebens und den Sinn der Welt suchenden und hinterfragenden Charakter miteinander verbunden ist. Sind nicht - in einer Zeit, in der uns Weltmarkt und Natur zu entgleiten drohen, in der Staaten die Rettung der Banken über die Rettung der Erde stellen - Werke wie Beethovens „Fünfte“ und Mozarts „Jupiter“ Sinfonie, wie Rébels wild schäumende barocke „Elemente“ und Bachs jubelndes „Magnificat“, wie Ravels wilder Walzer und Schostakowitschs zynische „Neunte“ klingende Zeichen von Erdverbundenheit und Liebe zu diesem Planeten, dessen Kopie wir eben nicht im Kofferraum haben und beliebig austauschen können.
 
Dass die Saison dennoch lebendig, vielfarbig und von Humor und Virtuosität geprägt ist, dafür stehen Solisten wie Ragna Schirmer, die uns in den seltenen Genuss kommen läßt, beide Klavierkonzerte von Maurice Ravel an einem Abend zu erleben, und die junge, wundervolle Geigerin Rebekka Hartmann. Auch Sören Glaser, Michael Winkler und Zsuzsanna Kakuk, Solisten aus den eigenen Reihen, werden wie der berühmte Gastdirigent Michael Schneider, der in Freiberg zum ersten Mal eine große romantische Sinfonie interpretieren wird (ein Ereignis von überregionaler Bedeutung!) und der hinreißende Jan Heinke, als Stahlorgelspieler und Obertonsänger dem Publikum bestens bekannt und nun mit einem eigens für ihn und uns komponierten Werk im Mittelpunkt eines Konzertes stehend, ihren Teil zu erfüllten Konzerterlebnissen beitragen. In der Reihe „Der Generalmusikdirektor lädt ein“ zeigt sich dieser als glühender Literaturfan und stellt, umgeben von Musik, Lieblingsbücher aus drei Ländern vor. Familien-, Schüler- und Neujahrskonzerte runden die Saison ab.

Besonders ans Herz legen jedoch möchte ich Ihnen, liebe Konzertgänger, das Werk eines der größten Sinfoniker des 20. Jahrhunderts, die 7. Sinfonie von Allan Pettersson. Kein anderer hat wie er, geprägt durch Kindheitserlebnisse, Krankheit und Schicksalsschläge, sein Inneres derart in Tönen ausgedrückt, was aus dem oben genannten Zitat zu erkennen ist. Und keiner hat derart nach Lösungen und Erlösungen gesucht. Daher wünsche ich Ihnen und uns eine ereignisreiche, wundervolle Konzertsaison und ende mit einem weiteren Zitat aus dem selben Brief Petterssons: „Wann kommt der Engel, der der Seele den Gesang zurückgibt, so einfach und klar, dass ein Kind aufhört zu weinen?“ 

Ihr
Jan Michael Horstmann
Generalmusikdirektor


Theater Programm

Freiberg: 19:00 Uhr
Die Zauberflöte LETZTE VORSTELLUNG
Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart







 




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