Philharmonie

»So singe, wem Gesang gegeben!«

Dieses Motto des letzten Sinfoniekonzertes der vergangenen Spielzeit könnte auch als Überschrift dieser Konzertsaison stehen. Denn zwei große und großartige Vokalwerke bilden den Schwerpunkt der kommenden Programme: zum einen Arthur Honeggers Oratorium „König David“ in Zusammenarbeit mit der Chemnitzer Singakademie und zum zweiten eine Kammerfassung von Richard Wagners „Tristan und Isolde“, was aber mehr werden wird als nur ein „best of“ in ungenügend verkleinerter Besetzung; vielmehr entsteht dadurch eine völlig neue Sicht auf Wagners Liebesepos. Darin können Sie zwei außerordentliche Sänger – zum Teil mit Bayreuth-Erfahrung – erleben. Singen als ureigenste menschliche Äußerung sozusagen als „Verlängerung des Sprechens“ prägt ja sowieso jede musikalische Form und sollte – so jedenfalls die großen Komponisten und Theoretiker – immer Grundlage und Ideal jedweder Musikausübung sein.
Ich möchte in dieser Saison die Begegnung mit klassischer türkischer Musik fortsetzen, die allemal bis zum heutigen Tag ihre Wurzeln in der gesungenen Volksmusik hat, wie auch die mit dem Werk Sergej Rachmaninows, der einen Großteil seiner Inspiration aus dem russisch-orthodoxen Kirchengesang gewinnt. So unterschiedlich die Stile alle sein mögen, mit denen wir, verehrtes Publikum, Ihre Neugier wecken wollen, so ähnlich doch oder sogar gleich der eigentliche Antrieb: den seelischen Hintergrund, das „singende Selbst“ des jeweiligen Komponisten zum Erklingen zu bringen. Außerordentlich freue ich mich, dass die klangliche Weiterentwicklung der Mittelsächsischen Philharmonie von einer immer weiter wachsenden Zuhörerschaft begleitet wird, unsere Arbeit also auf positive Resonanz stößt! Dass das so bleibt, daran arbeiten wir mit Hingabe und Eifer!
Herzlichst
Ihr

Raoul Grüneis
Generalmusikdirektor