Philharmonie

»Man muss was sein, wenn man was scheinen will!«

Beethoven an Bettina Brentano

Liebes Publikum,
»Das Theater ist immer auch ein Ort, an dem nach dem Sinn des Lebens, nach Werten und Orientierungen für das Zusammenleben gefragt und gesucht wird, an dem individuelle, gesellschaftliche und politische Konflikte und Entwicklungen, Missbräuche und Niedergänge öffentlich thematisiert werden. Das Theater ist Ort der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und zugleich Zukunftswerkstatt.« (Johannes Rau: Bündnis für das Theater)
Sie kommen ins Theater, weil Sie die kunst- und kulturvolle Unterhaltung lieben und weil Sie die spielerische Auseinandersetzung und Beschäftigung mit der »Welt«, mit den gegenwärtigen und den zukünftigen Sinnfragen unseres Lebens, aufsuchen wollen. Wenn wir also die Ergebnisse der Kommunal- und der Europawahl unter dem Aspekt einer möglichen Zusammensetzung unseres Publikums lesen, können wir sicher feststellen: Im Theater gibt es keine neue Sitzverteilung, außer dass wir natürlich noch mehr Zuschauer erwarten! Sie haben jeden Abend die Wahl zwischen Schauspiel, Musiktheater, Konzerten und dürfen gespannt auf unsere nächste Spielzeit blicken. Sie werden Ihre individuellen Plätze behalten und sind eingebunden in das geistig kulturelle Leben einer Stadt, einer ganzen Region. Wir werden für Freiheitsrechte und schützenswerte Formen des Zusammenlebens eintreten, das ist ein Auftrag, den wir uns immer wieder selbst geben werden und nicht den einer Re-Nationalisierung oder mythischen Überzeichnung von »Volk« und »Nation«. Unsere Bühne, die sich weltoffen präsentiert, entwickelt ein positives Bild unserer diversen Gesellschaft. Wir agieren mit Achtsamkeit und Verantwortung für diese. Die Theater erfüllen diese Aufgabe mit einer Vielzahl von Formaten und Vorstellungen. Auch das Mittelsächsische Theater wird sich in der nächsten Spielzeit der vor uns liegenden gesellschaftlichen Herausforderung stellen. Wir werden uns wie bisher mit den zunehmenden offenen und versteckten Formen des Rechtspopulismus auseinandersetzen. Das muss jetzt kommuniziert, darüber muss jetzt geredet, gestritten und künstlerisch verhandelt werden. Wir werden die integrativen Kräfte des Theaters nutzen und Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Bereichen zu gemeinsamen, verbindenden Theateraufführungen einladen, als eine offene Gesellschaft, wir werden nicht mit den Mitteln der Ausgrenzung, die wir kritisieren, unsere demokratischen Werte verteidigen. Wir arbeiten für die Stärkung der demokratischen Kultur, überall dort, wo diese unter Druck gerät. Unseren Spielplan stellen wir auf den nun folgenden Seiten vor. Das Schauspiel beginnt den Reigen einer dichten und spannenden Premierenfolge. Große Weltliteratur, Komödie und spannende Gegenwartsstücke erwarten sie. Im Musiktheater, mit erster Premiere im Oktober, folgen mit Märchenoper, Eröffnung des Beethovenjahres, mit Musical und Komischer Oper viele Sie ganz sicher unterhaltende Premieren. Ein reiches Konzertprogramm bietet unsere Mittelsächsische Philharmonie in allen ihren Formationen, als Kammermusikensemble, als Salonorchester, als Bigband und in den acht Abo- und vielen Sonderkonzerten.
Ich würde mich freuen, Sie in unseren Häusern begrüßen zu dürfen, um mit Ihnen gemeinsam in unsere neue Spielzeit zu gehen. Den Anfang macht wie immer Ihr Ausflug in unser Spielzeitheft, entdecken Sie unseren vielschichtigen Spielplan: Sie werden interessante Themen und qualitätsvolle Unterhaltung finden. Haben Sie viel Vergnügen bei spannenden Begegnungen in Freiberg, Döbeln, Kriebstein und allen unseren Veranstaltungsorten.

Ihr
Raoul Grüneis
Generalmusikdirektor