Philharmonie

»Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.«

Gustav Mahler

Sehr geehrtes Publikum,

25 Jahre Mittelsächsische Philharmonie sind ein denkwürdiges Ereignis, zumal, wenn man sich vergegenwärtigt, welch turbulenten Jahre das waren.

Die Wendejahre waren auch eine Zeitenwende was das Kulturverständnis des Landes betraf. Auf einmal war Kultur etwas, was man sich „leisten“ konnte oder wollte oder eben nicht, abhängig vom Prosperieren der Volkswirtschaft. Eine Fusion im kulturellen Bereich ist aber eben beileibe nicht das Selbe wie in der Wirtschaft. Beides geschieht zwar im Namen gesteigerter Effizienz, doch ist im kulturellen Bereich das immer zuerst ein Verlust von Vielfalt. Und seitdem fühlt sich die Kultur vom Wirtschaftlichkeits-Gedanken bedroht und in Frage gestellt. Und das hat sich bis heute nicht wesentlich geändert. Auch das Orchester hat durch persönlichen Verzicht auf ihm zustehende Lohnsteigerungen diesen Druck erfahren müssen. Daher ist es besonders zu würdigen, wenn die Mittelsächsische Philharmonie mittlerweile zu einem Faktor geworden ist, der dieser Verarmung getrotzt hat, und, so hat es den Anschein, die frühere Vielfalt aufgefangen, wenn nicht sogar gesteigert hat! Denn man wird nicht viele Orchester finden, die eine derartige Spannbreite von Genres und Stilen beherrschen und dabei nicht seine eigenen Vorzüge verlieren: den typisch „sächsischen warmen“ Klang! Und das heißt in Zeiten der Globalisierung nicht etwa provinziell denken, sondern eben im Gegenteil: den Horizont zu erweitern, neben allem, was auf einen unwillkürlich medial eindringt und was man verarbeiten und beherrschen muss, die eigene „Eigenart“ nicht zu vergessen oder zu vernachlässigen!

So steht bei uns natürlich eben dieses Repertoire im Zentrum, das von diesem Musizier-Ideal lebt, und das sind Haydn, Beethoven, Mendelssohn, Brahms, Schumann und Wagner. Jeder dieser Komponisten hat ein Etikett bekommen, was den Inhalt des Programmes griffig auf den Punkt bringen soll. Aber ebenso spiegelt sich diese angesprochene stilistische Bandbreite auch im Erkunden der Pfade des 20. und 21. Jahrhunderts wider. Ebenso stellt die Vielfalt der verschiedenen Spielstätten jedes Mal wieder eine neue Herausforderung dar.

Wo immer und wann immer Sie also wollen, feiern Sie mit uns dieses große Jubiläum dieses großartigen, Ihres Orchesters!

Herzlich

Ihr

Raoul Grüneis
Generalmusikdirektor