Leitung / Verwaltung

»Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.« Albert Einstein

Liebe Freunde des Mittelsächsischen Theaters,
viele Menschen haben sich für die Stabilität unseres Theaters stark gemacht und ein gemeinsamer Gedanke steht hinter dem Willen der Finanzierung: Die Anwesenheit von Theaterkultur ist eine Grundlage der Zukunftssicherung für unsere Gesellschaft und »Gemeinsam« ist ein Projekt, das vieles möglich macht. Literatur, Philosophie und Wissenschaft wissen um das Geheimnis der gebündelten Kräfte. Wir verstehen, dass wir alle nur im Mit- und sogar Von- und Durcheinander existieren. Gemeinsamkeit ist ein hoher Wert und wir erleben im Moment viele Widersprüche beim Betrachten unserer globalen Welt. Menschen lernen im Moment sich auszuhalten: in der Verschiedenheit ihrer Persönlichkeiten, Kulturen, Religionen, ihres Glaubens und ihrer Erfahrungen, ihres Alters, Geschlechts und ihrer Fähigkeiten. Wir hätten es gern etwas einfacher, aber es geht nicht einfacher. Die uns umgebende Welt fordert uns täglich. Wir erleben, dass sich unsere Kultur durch Migration, Digitalisierung, durch die Schnelligkeit der Nachrichten, durch das Internet und durch andere Faktoren so grundlegend verändert hat, dass wir, mit menschlichen Möglichkeiten ausgestattet, äußeren Entwicklungen und den Konsequenzen unseres wirtschaftlichen Wachstums hinterherlaufen. Der Ruf nach Entschleunigung war lange Zeit ungehörte Botschaft. »Keine Zeit«, ist die unbefriedigende Antwort vieler Menschen auf die Sehnsucht den Moment erfassen zu wollen. Also bleibt die Frage, wie werden in unserer Welt die anstehenden Veränderungen gedacht? Wie begriffen und wie und durch wen vermittelt? Wer übernimmt fernab von populistischem Handeln Verantwortung? Gemeinsam heißt für unsere Theaterarbeit, gemeinsam zu wachsen, gemeinsam zu verstehen, gemeinsam mit Dichtern und Denkern und Künstlern die Welt in ihrer Widersprüchlichkeit wahrhaftig zu erfassen. Theater ist ein Ort zum Innehalten. Ein Ort der immer wichtiger wird für unsere zukünftige Entwicklung. Hier werden gemeinsame Erlebnisse geschaffen, verarbeitet und miteinander geteilt. Theater ist ein Ort der gemeinsamen Erlebnisse. Hier existiert ein menschliches Maß. Lebendige Menschen spielen vor lebendigen Menschen, live – ohne digitale Vermittlung. Die Theater werden sich als eine Instanz weiterentwickeln, die den Wertewandel verantwortlich begleitet. Das heißt, wir können immer wieder unsere Welt als global entdecken und in ihr denken, und werden immer lokal handeln. Es gilt, unser Theater und Orchester in gegenwärtige Entwicklungen hineinzudenken, und in ihnen eine humane Position zu beziehen. Wir leben gemeinsam mit Ihnen, liebes Publikum, in einer sich verändernden Welt, und sind dennoch zu Hause in Freiberg, in Döbeln, in Mittelsachsen. Und für Sie und unsere Gäste entwickeln wir lebendiges Theater. Einzigartig, wahrhaftig, besonders und beachtenswert!

Ihr Ralf-Peter Schulze Intendant

Sehr geehrte Theaterbesucher,
wir freuen uns, Ihnen erneut ein vielfältiges Theaterprogramm für Jung und Alt sowie mit großer Themenbreite anbieten zu können.
Alles ergibt aber nur einen Sinn, wenn stets der Blick auf die gewünschte Qualität, sei es bei der Konzeptionserstellung der Stücke, bei der Produktion in den Werkstätten und später während der Darbietung von hunderten Vorstellungen, nicht verloren geht. Dass dieser Fall niemals eintreten möge, darauf achten alle Theaterbeschäftigten, die in verschiedensten Teams hoch motiviert im ältesten Stadttheater der Welt arbeiten. Das allein reicht aber noch nicht aus, um ein breit aufgestelltes Theaterprogramm anbieten zu können. Es bedarf, ähnlich wie an allen anderen Bühnen Sachsens außerhalb der Ballungsräume Leipzig und Dresden, weiterhin noch einer äußerst sparsamen Mittelverwendung, vieler Alternativen und zahlreicher Kompromisse, damit eine gute Idee auch tatsächlich »ihren Weg auf die Bühne« schafft. Eigentlich erstaunlich, warum die Kultur in großen Teilen Deutschlands gerade in der Gegenwart noch so einen schweren Stand hat, ihre Stellung in der Gesellschaft behaupten und darum kämpfen muss, dass Arbeitsstellen und künstlerische Sparten erhalten bleiben. Denn die Medien berichten schon seit einiger Zeit tagtäglich von enormen Haushaltsüberschüssen auf Grund sehr hoher Steuermehreinnahmen, über deren Verwendung zwar kaum Städte und Landkreise, aber der Bund und die Bundesländer entscheiden können. Passt das überhaupt noch zusammen: auf der einen Seite ein enormes öffentliches Steueraufkommen und auf der anderen Seite hat sich bei der schwierigen Finanzierung der Theater und Orchester, die ebenfalls zum öffentlichen Dienst gehören, nicht viel geändert? Sicherlich nicht! Es bleibt zu hoffen, dass bei weiterhin guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein Ruck durch die (politische) Gesellschaft gehen mag, damit sich Bund und Bundesländer noch bewusster darüber werden, über welch eine einzigartige Theater- und Orchesterstruktur Deutschland verfügt, zu der uns weltweit die Kulturinteressierten beglückwünschen. Um das zu bewahren, lohnt es sich doch sicherlich, einen Teil von den Steuermehreinnahmen zukünftig zu nutzen. Zum Glück haben jüngst, neben zusätzlichen Eigenanstrengungen der Theatergesellschaft, ihre Gesellschafter – Landkreis Mittelsachsen, Universitätsstadt Freiberg und Stadt Döbeln – dankenswerterweise über ihre Zuschusserhöhungen mit dazu beigetragen, so manche Tariferhöhung im Personalbereich der letzten Jahre auszugleichen.
Auf Grund dieser kommunalen Hilfen unserer Gesellschafter vermochten wir die Eintrittspreise für die kommende Spielzeit weitgehend stabil zu halten. Um unser Serviceangebot zu erweitern, u. a. über eine Verlängerung der Öffnungszeiten, zieht die Tageskasse am 19. August 2017 gemeinsam mit der Stadtinformation in das Silbermannhaus ein. Dann werden vor dem Stadtschloss auch mehr Touristen als bislang erreicht werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hans Peter Ickrath Geschäftsführer